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18
Mrz

Eine spezielle Zeit

Es ist eine spezielle Zeit! Der Covid-19-Virus hat nun ein globales Ausmass erreicht, das die ganze Menschheit betrifft. Weltweit werden drastische Schutzmassnahmen verordnet, die u.a. auch grosse ökonomische Auswirkungen haben werden. Das gesamte Geschehen kann als Krise bezeichnet werden.

Im taoistischen Verständnis enthält das Wort Krise eine Doppelbedeutung – nämlich Gefahr und Chance. Eine Gefahr in der jetzigen Zeit ist, dass wir Menschen uns aus Angst einkapseln, abschotten und in einen puren Überlebensmodus gelangen, der solidarisches Handeln und freies, kreatives Denken und Erkennen erschwert. Die Chance ist, dass wir diese Krise als Katalysator wahrnehmen können, um uns ganz grundsätzlichen Fragen zu stellen, die schon länger glokal (Wortkombination aus global und lokal) im Raum stehen: wie können wir wieder ein neues Gleichgewicht finden mit Mutter Erde, allen Menschen und lebenden Wesen? So vieles ist aus der Balance geraten. Und wir wissen alle irgendwie intuitiv, dass es so nicht weitergehen kann. Die äusseren Begebenheiten spiegeln in einem spirituellen Verständnis den inneren Bewusstseinszustand der gesamten Menschheit – und den können wir verändern!

Immer mehr Menschen sehnen sich im Herzen nach Weltfrieden und damit verbunden nach einer Lebensweise lokal-global, die wieder im Einklang ist mit einer höheren Ordnung an Harmonie, die im ganzen Kosmos herrscht. Die Zäsur, die sich weltweit gerade ereignet, könnte so auch als Chance genutzt werden, ganz grundlegend das Leben auf Erden neu zu überdenken und in einem kreativen Miteinander zu gestalten.

In dieser speziellen Zeit kann eine evolutionäre Perspektive sehr hilfreich sein. Sri Aurobindo, Teilhard de Chardin, Jean Gebser u.a. sprachen schon vor Jahrzehnten von einem Bewusstseinswandel, der die Menschen aus einem getrennten Selbst- und Weltbild eines Tages in die Erkenntnis der untrennbaren Einen Wirklichkeit führt. Dieser Bewusstseinswandel hat weltweit begonnen, ist jedoch noch wenig sichtbar. Er führt uns Menschen in die Kraft der Gegenwart, die Nicht-Wissen zulässt, die um die Einheit alles Lebens weiss und in sich eine Weisheit und Liebe offenbart, welcher jeder Mensch in sich trägt. Darin ist Zeit unendlich, nicht linear und multidimensional, d.h. alles geschieht im ewigen Jetzt, worin das Unbekannte-Unvorhersehbare als Potential «ruht». Es ist ein Bewusstseinsfeld, worin unendliche, unbekannte Möglichkeiten vorhanden sind.

Und warum erwähne ich dies hier im Kontext dieser speziellen Zeit? Ich denke, dass diese Krise, die wir erleben, uns Menschen auch in eine tiefere und erweiterte Ebene des bewussten Mensch-Seins führen kann. Aus meiner Perspektive ist das aktuelle Zeitgeschehen, das auch als Teil einer evolutionären Krise gesehen werden kann, am leichtesten zu bewältigen, indem sich die Trennung von einem äusseren und inneren Leben im Mensch-Sein auflöst in das Eine ohne Zwei.

Und wie sieht dies praktisch aus?

  1. Wir sind verantwortlich und befolgen die Anweisungen unserer Regierungen.
  2. Wir stärken unser Immunsystem durch gute Ernährung, Bewegung, Zeiten der Musse, Spaziergänge in der Natur im Sonnenlicht usw. D.h. wir schauen für ein gesundes Gleichgewicht. Es gibt zudem speziell stärkende Hilfsmittel, welche unser Immunsystem unterstützen.
  3. Wir sind solidarisch. Vielleicht braucht ein Nachbar Hilfe, eine arbeitende Mutter Unterstützung für ihre Kinder, die nicht mehr zur Schule können oder Menschen geraten in finanzielle Not. Wir sind da und lassen uns aus dem Herzen in der Leichtigkeit des Seins führen im All-Eins-Sein. Jeder von uns hat auch eine Gabe; diese teilen wir grosszügig mit anderen Menschen. So entsteht ein buntes, kreatives Miteinander.
  4. Wir verstehen den evolutionären Kontext und lassen innere wie äussere Wandlung zu. Wir öffnen uns dem bewussten Mensch-Sein als Teil der Menschheit. Wir fühlen das untrennbare Miteinander von Erde, Kosmos, Mensch und Quelle.
  5. Wir bilden Wir-Felder. Vielleicht zunächst virtuell. Und später, wo immer, möglich laden wir Menschen zum Austausch und Gespräch im Kreis ein. So sitzen wir zusammen, teilen unsere Nöte und Ängste und blicken in eine Zukunft, die wir ko-kreativ neu gestalten können aus dem Jetzt. Im Wir-Feld experimentieren und erforschen wir, wie eine neue Kultur im glokalen Miteinander aussehen kann und beginnen sie in kleinen und grossen Schritten zu verwirklichen.
  6. Wenn immer wir in Angst und Panik kommen, nehmen wir diese Angst ans Herz. Wenn wir in Stress kommen, halten wir einen Augenblick an, atmen Licht und Liebe ein und lassen den Stress beim Ausatmen los. So kann sich der Körper wieder leicht entspannen. Das stärkt das Immunsystem.
  7. Stille: wir nehmen uns immer wieder Zeit für innere Einkehr – Stille -, worin wir ganz aufgehoben sind im Hier und Jetzt. Wir «erfahren» darin Fülle, Frieden, Weisheit und Liebe im Nichts.

Inzwischen musste die Villa Unspunnen schon mehrere Veranstaltungen absagen. In dieser Zeit, wo keine Veranstaltungen stattfinden können, werde ich jeden Abend um 20.00 – 20.30 Uhr zum Wohle aller Wesen und für unsere Erde meditieren. Ihr alle seid herzlich eingeladen, von zu Hause aus mit zu meditieren. So kann ein gemeinsames Bewusstseins-Feld entstehen, das aus dem Herzensraum vieler Menschen in untrennbarer Einheit leuchtet.

Zudem werden wir einen virtuellen Raum einrichten, wo wir einmal in der Woche über das Internet – vermutlich jeweils am Dienstag von 18.30 – 19.30 Uhr einfach miteinander in Kontakt kommen können für einen Dialog. Bitte erkundigt euch dazu in den kommenden Tagen auf unserer Webseite unter Programm: www.goldenerwind.ch.

Und nun wünsche ich uns allen gute Gesundheit, stille Zeiten der inneren Einkehr und eine solidarische Welle im Mitgefühl für alle lebenden Wesen.

Autorin: Annette Kaiser