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Interview mit Kongressreferentin Dr. Susanne Röder

Am Freitag, den 08.06.2018 um 16:00 Uhr wird Referentin Frau Dr. Susanne Röder am Kongress „Kairos – Den Wandel gestalten“ einen Workshop zum Thema „Chronos und Kairos im Angesicht einer lebensbedrohlichen Erkrankung“ leiten. Hierzu haben wir sie kurz interviewt:

Liebe Frau Dr. Röder, was bedeutet Kairos eigentlich in schwerer oder weit fortgeschrittener Krankheit?

Chronos, die Zeit in dieser Welt, scheint uns zunächst unbegrenzt, obwohl wir wissen, dass mit der Geburt auch unsere Geburt aus dieser Welt feststeht. – wir wissen nur nicht wann und wie.

Jeder hat seine eigene Wahrnehmung für eine lebensbedrohliche Erkrankung. Für die meisten Menschen ist die Diagnose zunächst ein Schock und verbreitet Angst.

Im weiteren Verlauf entwickelt jeder Mensch verschiedene Strategien mit der Krankheit umzugehen. Oftmals gelingt es ihr mit der Zeit nicht, den gesamten Raum zu überlassen, sondern einen begrenzten Platz im Leben einzuräumen.

In diesen Phasen des „es gibt noch ein Leben neben der Erkrankung“ und „ich bin mehr als meine Erkrankung“ wird das Bewusstsein wieder klarer und freier.

… und es gibt Platz für Kairos , die besonderen Momente, in denen sich der Himmel zu öffnen scheint, in denen Fragen für das Woher und Wohin auftauchen und in denen einfach das pure Leben mit seiner Qualität und Tiefe und seiner Freude spürbar werden.

Ganzheitliche Heilung auf einer ganz anderen Ebene als der sichtbaren.

Inwieweit kann Kairos als Geschenk für die Betroffenen, aber auch für die Angehörigen gedeutet werden?

Die Zeit wird nicht mehr in ihrer Länge, sondern in ihrer Tiefe erlebt und damit kann sie zum Geschenk für die Betroffenen und ihrer Angehörigen werden im Bewusstsein für diesen besonderen Moment außerhalb von Raum und Zeit – ganz im Hier und Jetzt.

Dies kann zum Beispiel geschehen in der Würdigung und Wertschätzung des bisherigen Lebens, in Dankbarkeit für alles Erlebte, in Demut für das Schwere. Hier kann Wandel geschehen für alle Beteiligten – in Liebe für das Leben.

Raum halten für das was geschieht, Zeuge sein dürfen als Angehöriger und Begleiter – heilige Momente zwischen Himmel und Erde in der Begegnung mit sich selbst, dem Nächsten und dem Höheren.

Erfahren Sie hier mehr zu Frau Dr. Susanne Röder.