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Mai

Innehalten – Nachspüren – Kongress 2019: „Achtsamkeit“

Die Bedeutung der Achtsamkeit für unsere Menschheitsentwicklung beginnen wir gerade erst zu erkennen. Buddha stellte die Achtsamkeit in das Zentrum seiner Lehre und baute darauf seinen Weg zur inneren Befreiung auf. Über die Jahrtausende hinweg war Achtsamkeit eine Kernkompetenz der buddhistischen Meditation. Seitdem der Buddhismus in den westlichen Kulturen wahrgenommen wurde, wurde auch Achtsamkeit aufgegriffen und aus dem buddhistischen Kontext herausgelöst. In den letzten Jahren und Jahrzehnten wurde Achtsamkeit als Technik und Schulungsprogramm weiterentwickelt und in diversen gesellschaftlichen Feldern eingesetzt und ausprobiert: In der Psychotherapie, in der Wirtschaft, in der Schule usw. Ihre Bedeu­tung wurde in den Wissenschaften erforscht und nachgewiesen. Das Potenzial der Achtsamkeit besteht aber sicherlich nicht nur darin, uns eine Methode zur Verfügung zu stellen, mit der wir entspannter, gelassener und akzeptierender arbeiten und leben können, sondern es ermöglicht uns mit zunehmender und voller Bewusstheit unsere gesamten Lebensvorzüge, unsere Kultur und Gesellschaft zu durchdringen, aufzuklären und in bewusster Verantwortlichkeit weiterzuentwickeln. Achtsamkeit ist somit ein Ausdruck unseres Erwachens als Menschheit zu unserem Menschsein. Achtsamkeit besitzt viele Dimensionen: Aufmerksamkeit, Bewusstheit, Zeugenbewusstsein, Akzeptanz, Vergegenwärtigung, Aufklärung, individuelle Bewusstheit, kollektives Erwachen, integrale Achtsamkeit und spirituelle Kompetenz. Wir laden Sie ein, das tiefere und umfassendere Potenzial der Achtsamkeit zu reflektieren und zu erspüren. Und natürlich soll es auch darum gehen, wie wir Achtsamkeit anwenden in Psychotherapie, Schule, Wirtschaft, persönlicher und spiritueller Entwick­lung, Kultur und Gesellschaft und welche Einsichten uns die wissenschaftliche Erforschung der Achtsamkeit vermittelt.

Mehr als 60 namhafte Referenten gaben in der unvergleichbaren Atmosphäre des historischen Regentenbaus in Bad Kissingen hierzu Impulse. Einige möchten wir Ihnen nennen:

  • Dr. Joachim Galuska: Das Potenzial der Achtsamkeit
  • Marion Küstenmacher: Wacher Geist, wissendes Herz. Integrale Achtsamkeit und spirituelle Intelligenz
  • Dr. Michael von Brück: Achtsamkeit und Kreativität: Woher kommt gesteigerte Lebenskraft?
  • Prof. Dr. Tania Singer: Die mentale Schulung von Geist und Herz aus der Perspektive der Sozialen Neurowissenschaften
  • Jan-Philipp Sendker: Herzenhören
  • Pierre Stutz: Verwundet bin ich und aufgehoben

Alle Vortragsreferenten unseres Kongressprogramms, sowie einen Bilderrückblick finden Sie in unserer Galerie.

Wir möchten Sie einladen innezuhalten und nachzuspüren, oder falls Sie am Kongress nicht teilnehmen konnten ihn ein wenig zu erkunden. Aus diesem Grund freuen wir uns, zusammen mit unserem Kooperationspartner Auditorium Netzwerk, Ihnen zwei Vorträge kostenfrei präsentieren zu dürfen:

Vortrag 1: Achtsamkeit als Führungskunst – Dr. Anna Gamma

Vortragsbeschreibung:

Achtsamkeit und Achtsamkeitstrainings erleben zurzeit einen Hype, der inzwischen auch im Wirtschaftsbereich, in Firmen und Leadership Trainings angekommen ist. Doch wie kann diese spirituelle Grundhaltung in einem säkularen Kontext und einem immer hektischer und komplexer werdenden Führungsalltag gelebt werden? Ausgehend von der Klärung, was Achtsamkeit als Lebenspraxis heißt, stehen praxisnahe Antworten auf diese Frage im Mittelpunkt des Vortrags von Dr. Anna Gamma.

Referentenbeschreibung:

 

Dr. Anna Gamma studierte Psychologie und Philosophie. Als langjährige Geschäftsleiterin des Lassalle-Instituts baute sie das Seminarprogramm aus und entwickelte Leadership und Coaching Lehrgänge. Heute wirkt sie u.a. als Lehrbeauftragte an der Universität St. Gallen. Sie hält zudem verschiedene Mandate und arbeitet leitend in verschiedenen internationalen Projekten mit. Als Zen-Meisterin leitet sie das Zen Zentrum Offener Kreis in Luzern sowie das ANNA GAMMA Institut Zen & Leadership. Sie ist Autorin mehrerer Bücher.

 

 

 

Vortrag 2: Verwundet bin ich und aufgehoben – Pierre Stutz

Vortragsbeschreibung:

Selbstannahme und Mitgefühl können sich entfalten, wenn wir alltäglich einüben, das Parado­xe als Kraftquelle in unserem Leben zu entdecken. “Wo Sehnsucht und Verzweiflung sich einen, ereignet sich Mystik”, schreibt der Philosoph Friedrich Nietzsche. Dieser Spur folgt Pierre Stutz seit 25 Jahren auf seinem Achtsamkeitsweg. Der alltägliche Dialog mit mystischen Menschen wie Meister Eckhart, Simone Weil, Etty Hillesum und Thomas Merton inspirieren ihn zu einem wohlwollenden Umgang mit den durch-kreuzten Hoffnungen im Leben. Achtsam jeden Tag wahrnehmen, was ist, ohne es zu bewerten, lässt uns befreiter liebend unterwegs sein.

Referentenbeschreibung:

 

 

Pierre Stutz ist Theologe und Autor von über 40 Büchern zu einer gelebten Spiritualität im Alltag. Ausbildung im Sozialtherapeutischen Rollenspiel, rege Kurs- und Vortragstätigkeit im ganzen deutschsprachigen Raum, lebt in Osnabrück.